- Der GENIUS Act gestattet es Nichtbanken, Stablecoins unter bundesstaatlicher Aufsicht auszugeben, während der STABLE Act die Ausgabe ausschließlich auf Banken beschränkt.
- Der GENIUS Act bietet Inhabern von Stablecoins höchste Priorität im Insolvenzfall; im STABLE Act wird dies nicht erwähnt.
- Der STABLE Act legt den Schwerpunkt auf die Beteiligung auf Bundesstaatsebene, während der GENIUS Act sich hauptsächlich auf Bundesregulierungsbehörden wie die Fed und das OCC stützt.
Während der US-Kongress der Regulierung digitaler Vermögenswerte immer näher kommt, stehen zwei konkurrierende Gesetzesentwürfe im Mittelpunkt der Diskussion: der STABLE Act und der GENIUS Act. Der Unterschied zwischen dem STABLE Act und GENIUS-Gesetz ist für jeden, der folgt, unerlässlich US-Krypto Regulierung im Jahr 2026, da diese Vorschläge erhebliche Auswirkungen auf Stablecoin-Emittenten, Banken, Fintechs und Krypto-Benutzer gleichermaßen haben.
Der gesetzgeberische Hintergrund
Beide Gesetzesentwürfe zielen auf die Regulierung von Stablecoins ab, digitalen Vermögenswerten, die an Fiat-Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind. Ihre Ansätze spiegeln jedoch unterschiedliche Philosophien wider. Der STABLE Act, der erstmals 2020 eingeführt und 2025 vom Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses überarbeitet wurde, konzentriert sich auf strenge Aufsicht und Flexibilität auf Bundesstaatsebene. Der GENIUS Act, kurz für Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins, hat im Senat an Zugkraft gewonnen und wird allgemein als marktfreundlichere Alternative angesehen.
Strukturelle und regulatorische Unterschiede
Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, wie die beiden Gesetzesentwürfe Stablecoin-Emittenten definieren und regulieren. Der STABLE Act sieht vor, alle Emittenten wie versicherte Einlageninstitute zu behandeln und den vollständigen Bankvorschriften zu unterliegen. Dies würde erfordern, dass sie eine bundesstaatliche Banklizenz erwerben, eine FDIC-Versicherung abschließen und ähnliche Kapitalanforderungen wie traditionelle Banken erfüllen.
Der GENIUS Act hingegen führt ein zweigleisiges Modell ein. Bankennahe Emittenten würden der Aufsicht der US-Notenbank unterstellt, während Nichtbanken-Emittenten vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) reguliert würden, sofern sie Vermögenswerte von über 10 Milliarden US-Dollar verwalten. Dieses Modell bietet Nichtbanken mehr Flexibilität, während sie weiterhin den bundesstaatlichen Standards unterliegen.
Berechtigung und Einschränkungen des Emittenten
Nach dem STABLE Act dürften nur Banken oder als Verwahrstellen zugelassene Institute Stablecoins ausgeben. In der Praxis könnte dies große Fintech-Unternehmen und Krypto-Unternehmen ausschließen, sofern sie nicht umstrukturieren.
Der GENIUS Act erweitert die Berechtigung, setzt aber gewisse Grenzen. Während er Fintechs und anderen Unternehmen die Tür öffnet, verbietet er nicht-finanziellen, börsennotierten Unternehmen wie Meta oder Amazon ausdrücklich die Ausgabe von Stablecoins, sofern sie nicht verstärkte Datenschutz- und Finanzschutzmaßnahmen erfüllen. Dies war ein wichtiger Kompromiss des Senats, um Bedenken hinsichtlich des Einflusses von Big Tech im Finanzwesen auszuräumen.
Reserve- und Prüfungsanforderungen
Beide Gesetzesentwürfe schreiben eine vollständige Deckung von Stablecoins vor, ihre Prüfrahmen unterscheiden sich jedoch.
Die GENIUS-Gesetz Die neue Regelung schreibt vor, dass Stablecoins 1:1 durch Bargeld oder bargeldähnliche Mittel gedeckt sein müssen. Außerdem werden jährliche öffentliche Prüfungen für alle Emittenten mit einer Marktkapitalisierung von über 50 Milliarden US-Dollar gefordert. Darüber hinaus wird ein Insolvenzschutz eingeführt, der die Ansprüche von Stablecoin-Inhabern gegenüber anderen Gläubigern priorisiert.
Die STABILER Akt enthält ähnliche Deckungsanforderungen, legt aber größeren Wert auf die Echtzeitüberwachung durch bankähnliche Prüfungen. Im Gegensatz zum GENIUS Act ist keine explizite „Superprioritätsklausel“ für Stablecoin-Inhaber im Insolvenzfall vorgesehen.
Durchsetzung und Aufsicht
Was die Durchsetzung der Vorschriften betrifft, setzt der STABLE Act stärker auf die Zusammenarbeit auf Bundesstaatsebene und ermöglicht es den staatlichen Regulierungsbehörden, in einigen Bereichen, insbesondere bei Genehmigungsverfahren, die Führung zu übernehmen. Diese Dezentralisierung stößt auf gemischte Reaktionen: Einige loben die Flexibilität, andere warnen vor möglichen Inkonsistenzen.
Der GENIUS Act stützt sich bei der Aufsicht auf Bundesbehörden, vor allem auf das OCC und die Federal Reserve. Er enthält außerdem Bestimmungen zur Offenlegung von Interessenkonflikten: Regierungsbeamte müssen melden, wenn sie mehr als 5,000 Dollar in einem Zahlungs-Stablecoin halten, und die aktive Beteiligung an der Ausgabe eines Coins während ihrer Amtszeit ist verboten.
Politische Unterstützung und Dynamik
Derzeit hat der GENIUS Act hinsichtlich der legislativen Dynamik die Nase vorn. Am 17. Juni 2025 soll der Senat über den Gesetzentwurf abstimmen, nachdem er in früheren Verfahrensphasen von beiden Parteien erfolgreich unterstützt wurde. Der GENIUS Act hat sich durch Verhandlungen entwickelt und sich ausreichend Unterstützung der Demokraten gesichert, nachdem Fragen im Zusammenhang mit ausländischen Emittenten, der Einhaltung der Geldwäschevorschriften und der Unternehmensbeteiligung behandelt wurden.
Der STABLE Act wurde inzwischen auf Ausschussebene im Repräsentantenhaus verabschiedet, ist aber noch nicht zur Abstimmung gelangt. Sein strengerer Ansatz hat bei Befürwortern des freien Marktes und Krypto-Unternehmern Bedenken ausgelöst, da er Innovationen hemmen könnte.
Schnellvergleichstabelle
| Merkmal | GENIUS-Gesetz | STABILER Akt |
|---|---|---|
| Emittentenberechtigung | Banken & qualifizierte Nichtbanken | Nur Banken (Einlageninstitute) |
| Aufsichtsbehörde | Fed (Banken), OCC (Nichtbanken) | Bundesbehörden + staatliche Regulierungsbehörden |
| Audit-Anforderung | Jährliche öffentliche Prüfungen (> 50 Mrd. USD) | Echtzeitüberwachung wie bei Banken |
| Stablecoin-Unterstützung | 1:1 Bargeld oder Äquivalente | 1:1-Unterstützung, Details werden von den Regulierungsbehörden festgelegt |
| Einschränkungen für Big Tech | Verbot für nichtfinanzielle öffentliche Unternehmen | Keine spezifischen Bestimmungen |
| Offizielle Offenlegungen durch die Regierung | Ja (Bestände > 5,000 USD) | Keine Angabe |
| Inhaberschutz im Insolvenzverfahren | Superprioritätsstatus | Keine Angabe |
| Fortschritt der Gesetzgebung (Stand: 17. Juni) | Abstimmung im Senat steht noch aus | Ausschuss verabschiedet, Abstimmung im gesamten Repräsentantenhaus noch nicht abgeschlossen |
Fazit
Die Debatte um den STABLE Act und den GENIUS Act beleuchtet zwei unterschiedliche Visionen für die Stablecoin-Regulierung in den USA: Die eine basiert auf einer strengen, traditionellen Bankenaufsicht, die andere bietet einen flexibleren föderalen Rahmen. Der GENIUS Act scheint derzeit näher an der Verabschiedung zu sein, da er eine breitere parteiübergreifende Unterstützung und flexiblere Wege für Innovationen bietet. Der STABLE Act bleibt jedoch ein wichtiger Bezugspunkt dafür, wie vorsichtig die Gesetzgeber mit Risiken im digitalen Finanzwesen umgehen.
Unabhängig davon, welcher Gesetzentwurf vorankommt, wird das Ergebnis eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie sich die USA auf dem globalen Stablecoin-Markt positionieren.